Screencasts zur technischen Mechanik

Screencasts zur technischen Mechanik

Seit mehreren Jahren beschäftige ich mich nun mit Blended Learning und Flipped Classroom Szenarien im technischen Hochschulbereich, genauer gesagt in der technischen Mechanik. Dabei ist unter anderem auch eine ganze Reihe an Screencasts zu konkreten Übungsbeispielen entstanden. Hier eine kurze Vorstellung und Einführung zur Idee:

Sämtliche Screencasts waren bislang exklusiv für die Studierenden meiner Übungsgruppen verfügbar und zur Nachschau der Präsenztermine gedacht. Nachdem aber die Rückmeldungen der Studierenden nun über mehrere Jahre hinweg sehr positiv ausgefallen sind, habe ich mich dazu entschlossen die Screencasts sukzessive öffentlich zu machen. Es handelt sich dabei um die Themengebiete Statik, Festigkeitslehre und Dynamik. Beinahe alle Screencasts sind Live im Hörsaal entstanden und entsprechend nachträglich bearbeitet worden (vor allem Studierendenstimmen herausgeschnitten), daher können sie sich natürlich nicht mit durchdachten Produktionen messen, sondern stellen vielmehr den gedanklichen Prozess zur Lösung der konkreten Beispiele in den Vordergrund. Hinzugefügt wurden lediglich die einführenden und erklärenden Worte zu Beginn jedes Videos um die Aufgabenstellungen auch für außenstehende Verständlich zu machen. Die Studierenden kannten diese Beispiele nämlich bereits vorab und daher war während der Präsenzphase nur wenig Erklärung zur Aufgabenstellung nötig.

Nachdem es sich um insgesamt beinahe 200 Screencasts handelt, habe ich beschlossen immer jeweils Montags, Mittwochs und Freitags eine neue Aufgabe bereitzustellen um auch eine gewisse Kontinuität in die Veröffentlichungen zu bringen. Die erste Playlist mit den Aufgaben zur Statik findet sich hier:

Meine Hoffnung ist, wie schon im Intro Video erwähnt, dass sich vielleicht ein größeres Publikum für die Schönheit der Mechanik begeistern lässt und das auch außenstehende Studierende oder einfach nur Interessierte mit dem Videomaterial arbeiten und davon profitieren können. Sollten Unklarheiten auftreten oder Fehler auftauchen die bislang übersehen wurden so bitte ich um entsprechende Mitteilung entweder über die YouTube Kommentarfunktion oder direkt an mich um die Inhalte auch stetig verbessern zu können.

Vielen Dank schon jetzt für das Interesse und die Mithilfe und hoffentlich bis bald,
Markus Orthaber

Werbeanzeigen

Martin Lindner – Die Bildung und das Netz [Rezension]

Offensichtlich eine Leseempfehlung wert …

Schule Social Media

Schlechte Sachbücher hätten als Artikel erscheinen sollen, der unnötigerweise zu einem Buch aufgeblasen wurde. Bei guten Sachbüchern wünscht man sich, sie wären als mehrere Bände erschienen.

Martin Lindners »Die Bildung und das Netz« ist ein hervorragendes Sachbuch. 2014 wurde es via Crowdfunding finanziert, 2016 gab es Nachfragen, was aus dem Projekt geworden sei. Liest man es 2017, versteht man, warum seine Entstehung so viel Zeit beansprucht hat: Erstens verspricht der Titel nicht zu viel – das Buch wird dem breiten Rahmen gerecht und beschäftigt sich mit allen Aspekten der Bildung und allen Aspekten des Netzes. Dabei verliert es sich nicht in Details, sondern zeichnet die wesentlichen Ideen und Bewegungen so nach, dass die entscheidenden Umbrüche und Argumente hervortreten. Zweitens ist der Autor das, was er einen »Guerilla-Lerner« nennt. Für ihn gilt, was Marcia Loughry aus Friedmanns »The World is Flat« als Maxime ausgibt:

In der neuen, flachen Welt muss…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.144 weitere Wörter

eDidactics – Fortbildungsprogramm

Für alle Lehrenden im steirischen Hochschulraum bietet die Steirische Hochschulkonferenz (SHK) ein Fortbildungsprogramm für den Einsatz von Technologien in der Hochschullehre an: eDidactics. Als Absolvent dieses Programmes und nunmehriger Vertreter der Montanuniversität Leoben in der mit der Organisation betrauten Arbeitsgruppe, erlaube ich mir einige Informationen zu eDidactics zu verbreiten, in der Hoffnung auch die eine oder den anderen dafür begeistern zu können.

In insgesamt neun Modulen werden im Fortbildungsprogramm eDidactics unterschiedliche Blickwinkel der Hochschuldidaktik unter dem Gesichtspunkt der Digitalisierung beleuchtet. Angefangen bei einer grundsätzlichen Einführung in LernManagementSysteme (LMS) über Mediendidaktik, E-Moderation, digitale Kooperation und Kollaboration, Multimediaproduktion und Rechtsfragen bis hin zu elektronischer Leistungsfeststellung. Neu im kommenden Studienjahr ist außerdem ein eigenes Modul zur Barrierefreiheit und Inklusion. Zu diesem sehr spannenden und lehrreichen neuen Modul, dem ich im Rahmen eines Pilotdurchganges beiwohnen durfte, wird es in Kürze einen eigenen Blogbeitrag geben.

Jede steirische Hochschule bietet Ihren Lehrenden zwei Freiplätze pro Studienjahr, wobei die TeilnehmerInnen Module im Gesamtausmaß von mindestens 6 ECTS-Credits innerhalb dreier Studienjahre zu absolvieren haben. Am Ende dieser Fortbildung steht ein Zertifikat, welches von allen steirischen Hochschulen als Qualifikationsnachweis anerkannt wird. Den TeilnehmerInnen ist dabei freigestellt, welche Module sie zur Erlangung der geforderten Credits wählen. Lediglich ein Modul zum Umgang mit der Hard- und Software an der eigenen Hochschule ist für alle TeilnehmerInnen verpflichtend. Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass es durchaus sinnvoll ist alle Module zu besuchen, sofern sich dies zeitlich einrichten lässt.
Auch für nicht an einer der steirischen Hochschulen beschäftigte Personen besteht die Möglichkeit sich zu einzelnen Modulen anzumelden und diese mittels Teilnahmebestätigung abzuschließen. In einem solchen Fall schlägt jedes Modul mit 300 Euro zu Buche, welche aber definitiv gut investiert sind.

Beispielhaft finden sich im Folgenden zwei Videos, welche im ersten Durchgang des Moduls Multimediaproduktion (2 ECTS) entstanden sind. Es sei dabei angemerkt, dass die TeilnehmerInnen hierbei durchwegs erstmalig mit der Videoproduktion zu tun hatten. Angefangen von der Idee, dem Verfassen eines einfachen Drehbuches über die Aufnahme und den Schnitt im Videoschnittprogramm Camtasi bis hin zum fertigen Kurzvideo wurden alle Schritte innerhalb der Präsenzphase in Gruppen erledigt. Die Aufgabe war es ein „Werbevideo“ für eDidactics zu erstellen.

Die Präsenztermine werden auch noch von einer Online-Phase mit unterschiedlichsten Aufgabenstellungen begleitet. Im oben genannten Modul Multimediaproduktion ist dies die Erstellung eines weiteren Videos oder eines eBooks für die eigene Lehre.

Auch die anderen Module bieten vergleichbar direkt umsetzbare Inhalte zu den jeweiligen Themengebieten. So wird beispielsweise ein mediendidaktisches Konzept für eine eigene Lehrveranstaltung erstellt (Modul Mediendidaktik), die konkrete Arbeit mit einem LMS gelernt (Modul Umgang mit Elementen eines LMS), eModeration nach dem Modell nach Gilly Salmon geübt (Modul E-Moderation und Kommunikation), verschiedene Tools zum kollaborativen Arbeiten ausprobiert (Modul Kooperation und Kollaboration), rechtliches Hintergrundwissen (hier sogar inklusive eines begleitenden MOOCs) vermittelt (Modul Rechtsfragen) sowie gängige Methoden zur elektronischen Leistungsfeststellung besprochen und dabei auch selbst elektronische Prüfungen erstellt. Kurz gesagt: Die Teilnehmerin bekommt einen sehr fundierten Überblick über die Digitalisierung der eigenen Lehre und gleich auch noch das dazu notwendige Handwerkszeug vermittelt.

Daher sei allen die ihre Hochschullehre auf ein neues Niveau heben möchten empfohlen am Fortbildungsprogramm eDidactics teilzunehmen. Und das ist beileibe keine Werbefloskel, sondern meine persönliche Erfahrung als Absolvent von eDidactics und bestätigt durch mittlerweile etliche danach erfolgte Evaluierungen meiner Lehrveranstaltungen durch Studierende.

iMooX MOOC Gipfel

iMooX MOOC Gipfel

Pünktlich zu Beginn der LV-freien Zeit veranstaltete die Organisationseinheit Lehr-und Lerntechnologien der TU Graz am 4. Juli 2019 den ersten iMooX MOOC-Gipfel. Zu dieser exklusiven Veranstaltung eingeladen waren Erstellerinnen bisheriger bzw. in Kürze auf iMooX stattfindender Kurse. Für einen spannenden Erfahrungsaustausch war also der Grundstein in jedem Fall gelegt.

Sofort bei Betreten des Raums fiel auf, dass es sich hierbei um kein gewöhnliches Meeting handeln kann. Vielmehr hatten sich die Veranstalter ordentlich ins Zeug gelegt um ein gipfelwürdiges Erlebnis zu bieten. So war der gesamte Veranstaltungsraum im Sinne eines (Berg)-Gipfels ausgestattet und dekoriert; Kletterseile und andere Utensilien, Rucksäcke, Feldstecher, Kartonberge und als kleine Stärkung zwischendurch nebst der üblichen Verpflegung sogar gipfelwürdige Toblerone. Kurz gesagt: Alles mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet.

Die Teilnehmerinnen waren entsprechend motiviert und das Programm ebenso ansprechend gestaltet. Zwei wichtige und intensive Inputs zu Learning Analytics sowie H5P und dazwischen sehr viel Raum für Diskussionen und Anregungen betreffend MOOCs generell und auch iMooX als Plattform. Alles gespickt mit Partner- und Gruppenarbeiten samt anschließender Gesamtdiskussion. Sehr lohnend, da dadurch auch gleich ein guter Einblick in die Arbeitsweise anderer MOOC Erstellerinnen gewährt wurde. Darüber hinaus konnte man sich eine gute Portion neue Motivation für die eigene Arbeit mitnehmen.

In diesem Sinn möchte ich mich herzlichst bei Martin Ebner und seinem Team, allen voran Clarissa Braun und Maria Haas, für die Organisation dieses ersten MOOC Gipfels bedanken. Nicht minder dankbar bin ich für die offene und herzliche Atmosphäre unter den Teilnehmerinnen, welche Raum für weitere hoffentlich fruchtbare Zusammenarbeit geschaffen hat. Ich freue mich schon sehr auf den vereinbarten weiteren Austausch unter den Teilnehmerinnen und hoffe auf eine Wiederauflage des MOOC Gipfels im kommenden Jahr; dann aufgrund der diesjährigen positiven Erfahrungen sicher mit einem erweiterten Teilnehmerkreis.

59798851-F11E-478D-83EF-0ED398F8111B

Fotos: TU-Graz Lehr- und Lerntechnologien; mit freundlicher Zustimmung aller Teilnehmerinnen veröffentlicht.

E-Learning: Warum nicht?

Am 15. September 2016 ging der 15. E-Learning Tag an der FH Joanneum in Graz, veranstaltet vom ZML Innovative Lernszenarien über die Bühne.

Ganz im Sinne des Mottos „E-Learning: Warum nicht?“ gab es eine durchaus kontroversielle Auseinandersetzung mit den Methoden und Werkzeugen des E-Learnings. Vor allem in der Keynote, welche von W. Renninger, G. Schwarze und S. Tautscher E-Learning aus 3 Perspektiven beleuchtete, wurde von den beiden Damen teilweise tief in der Klischeekiste gegraben, was auch gleich den ein oder anderen Aufschrei aus dem Publikum nach sich zog. Der Start für die kritische Auseinandersetzung war also perfekt gelungen.

Eines der Highlights folgte mit K. Hoffmann’s Vortrag „Erwartungen in 15 Jahren E-Learning“, der in Form eines Live kommentierten Videos Resümee über die vergangenen 15 Jahre digitales Lernen zog. Seine provokante aber durchaus überlegenswerte These am Ende lautete sinngemäß: Sollen wir nicht den Studierenden die Möglichkeit bieten selbst ein für sich passendes Curriculum zusammenzustellen und in diesem Zuge  gleich auch sämtliche Zertifizierungen abschaffen?

Dem entgegen stand der Vortrag von C. Friedl „MOOCs – warum eigentlich (nicht)?“ wo es um den Einsatz von MOOCs in Firmen ging. Abgesehen davon, dass unter den 13 befragten Firmen nur eine einzige bereits MOOCs einsetzt und nur 2 planen solche einzusetzen, lagen die größten Bedenken der Personalchefs gerade in der nicht vorhandenen Zertifizierung. Hier klafft also noch ein großes Loch zwischen dem was K. Hoffmann fordert und dem Verständnis von Personalchefs. Meine persönliche Meinung ist, dass am Ende des Tages ganz klar Kompetenzen im Vordergrund stehen müssen und wir uns daher zumindest schrittweise von starren Zertifikaten verabschieden sollten.

Zwischen diesen beiden Vorträgen stand ein weiteres Highlight. Wieder einmal konnten W. Gruber und C. Freisleben-Teutscher mit ihrem Thema „E-Learning: Grenzen im Kopf überwinden“ alle TeilnehmerInnen erflogreich zum Mitmachen bei ihrer hybriden Schnitzeljagd bewegen. Es wurden in einer kollaborativen Aktion E-Learning Stolpersteine verfasst um sich anschließend in hohem Bogen von diesen zu verabschieden, Zukunftsvisionen getwittert und gemeinsam Flipcharts befüllt.

Der Ausklang fand, wie schon vergangenes Jahr, im Rahmen eines Workshops statt. Drei solcher Workshops von Rechtsfragen im E-Learning über die Nutzung von Apps in der Lehre bis hin zum Einsatz sozialer Medien standen zur Auswahl bereit und rundeten den sehr gelungen E-Learning Tag 2016 an der FH Joanneum ab.

Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.